Liaigre ist ein Synonym für Eleganz, Schlichtheit und tadelloses Design. Das in den 1980er Jahren von Christian Liaigre gegründete Haus entwirft Inneneinrichtungen für Chalets, Büros, Privatjets und Superyachten.
Der Leiter des Yachtdesigns bei Liaigre ist der Bretone Guillaume Rolland. Als ehemaliger Protegé von Philippe Starck und leidenschaftlicher Segler ist Rolland seit 2002 für das Unternehmen tätig und leitet Yachtprojekte, die zu gefeierten Klassikern auf dem Wasser geworden sind.
Die charakteristische Ästhetik von Liaigre - klar, unkompliziert und absolut luxuriös - könnte für das Yachtdesign nicht besser geeignet sein. Hier ist es ein Bereich, in dem Platz- und Gewichtsbeschränkungen ein ständiges Gleichgewicht zwischen Eleganz und Effizienz erzwingen. Rolland, der sich selbst als rigoros und logisch beschreibt, stellt sich dank seines angeborenen Sinns für Proportionen und seines Verständnisses für die mit dem Segeln verbundenen Zwänge den Herausforderungen, die dieses Gleichgewicht mit sich bringt.

Im Laufe der Jahre hat das Team von Liaigre an sechs Superyacht-Projekten gearbeitet, von denen jedes einen Triumph an Stil und Zurückhaltung darstellt. Während eine völlig einzigartige Herangehensweise an jede Kreation eine philosophische Grundlage des Studios ist, ist die Sprache von Liaigre in jedem Projekt offensichtlich. Licht und Raum sind Materialien, die ebenso genutzt werden wie schöne Hölzer, Marmor und Leder. Die Farbpaletten sind schlicht und nichts ist überflüssig; Luxus entsteht durch Subtilität, nicht durch Übermaß. Und ganz wichtig ist für Rolland, dass die Form immer der Funktion folgt.


Rolland nennt es das "Paradoxon des Bootes". - den scheinbaren Widerspruch zwischen den rauen Elementen des Lebens auf See und den fließenden Linien des Äußeren und Inneren. Im Jahr 2013 hat Liaigre das Interieur der 60-Meter-Ketsch Seahawk fertiggestellt. Die Seahawk ist warm und komfortabel, aber dennoch reduziert und kühl und bietet verschiedene clevere Designlösungen, um sowohl den Platz - der an Bord immer sehr knapp ist - als auch die Intimität zu erhalten. Ein Fenster trennt zum Beispiel die Wohnräume von den Gesellschaftsräumen und trennt bestimmte Räume ab, ohne dass Kabinen entstehen. An Bord der 67 m langen S/Y Vertigo verlangten die hohen Leistungsanforderungen eine hervorragende Ergonomie für Komfort und Sicherheit. Alle Möbel sind fest installiert und Stauräume sind eingebaut, aber Liaigre hat dennoch ein "vornehmes Kunstwerk" geschaffen, indem er luxuriöse, aber unaufdringliche Materialien verwendet hat: dunkel gewachste Eiche, weißes Leder, Mahagoni und Stahl.
Funktionalität und Schönheit verbinden sich auch bei ihren Motoryachtprojekten. Die M/Y Cloudbreak aus dem Jahr 2016, eine 73 m lange Entdeckeryacht, die ihren abenteuerlustigen Eigner in die entlegensten Winkel der Welt bringen soll, hat zwar einen Eisgürtel und ist für alle Bedingungen gerüstet, aber sie ist auch prächtig komfortabel. Da Liaigre wusste, dass die Yacht in Gegenden mit extremen Wetterbedingungen unterwegs sein würde, ahmte er die gemütliche Wärme einer Berghütte nach, ohne dabei kitschig zu sein; die Räume sind einladend und hell, wobei helle und dunkle Hölzer und Lacke nahtlos ineinander übergehen.
Eine Sache ist sicher. In jedem Interieur, ob Motor oder Segel, ob zu Land oder zu Wasser, sind die Prioritäten von Liaigre unerschütterlich: Funktionalität, Schönheit und Stärke.